Bestzeiten-Regen im „Land der 1000 Hügel“: Sabine Volz überzeugt bei ihrer Kraichgau-Premiere beim Ironman 70.3

Kraichgau, 31.05.2026 – Der Ironman 70.3 Kraichgau ist unter Triathleten berühmt-berüchtigt: Die anspruchsvolle Strecke durch das „Land der 1000 Hügel“ verlangt den Athleten mit ihren knackigen Höhenmetern auf dem Rad und beim Laufen alles ab. Für Sabine Volz von der RSG Ried Rastatt stand am vergangenen Sonntag die persönliche Premiere auf dieser speziellen, harten Strecke an. Nach acht Monaten intensiver Vorbereitung und einer von einem Trainingssturz geprägten Vorgeschichte lieferte sie ein grandioses Rennen ab. Am Ende sprang ein starker 16. Platz in einem extrem hochkarätig besetzten Frauen-Feld heraus.

Wie Sabine das Rennen erlebte, welche mentalen Kämpfe sie ausfechten musste und warum das Publikum sie ins Ziel trug, berichtet sie hier im exklusiven Einblick:

Der Ironman 70.3 im Kraichgau war mein erstes Mal auf dieser Strecke. Er gilt als recht schwierig wegen der vielen Höhenmeter, sowohl beim Radfahren als auch beim Laufen. Aber da ich gerne Höhenmeter fahre, dachte ich mir: Das passt vielleicht ganz gut zu mir. Circa acht Monate habe ich mich mit meinem Trainer darauf vorbereitet.

Schwimmen ist grundsätzlich nicht unbedingt meine Paradedisziplin, weshalb ich das Hauptaugenmerk im Training auf das Radfahren und Laufen gelegt hatte – da war ich auch sehr zuversichtlich. Spannend wurde es bei der Materialschlacht: Ich habe bis ein, zwei Tage vor dem Start überlegt, ob ich mit dem TT-Rad (Zeitfahrrad) oder doch mit dem normalen Rennrad fahre. Durch einen Sturz in der Toskana hatte ich wegen meiner Schulter leider noch nicht so viele Trainingskilometer auf dem TT-Rad absolvieren können. Letztendlich entschieden wir uns aber: Wir testen es einfach!

Der Renntag startete früh. Nach dem Aufstehen um 6:45 Uhr fiel um 8:30 Uhr der Schwimmstart. Im Wasser war es mega heftig. Es sind einfach unglaublich viele Menschen im See, man hat überall Arme und Beine um sich herum – das kann man im Schwimmbad so nicht simulieren. Ich war tatsächlich froh, als ich aus dem Wasser stieg. Der Wechsel aufs Rad klappte gut.

Die Radstrecke hatte es in sich: Ein ständiges Auf und Ab. Man kann es nicht direkt Berge nennen, es sind eher dauerhafte, lange Hügel. Du hast kaum flache Strecken. Und das dann mit einem Zeitfahrrad, auf dem man noch nicht so oft saß. Insgesamt war ich aber super zufrieden: Ein 30er-Schnitt auf diese Höhenmeter war echt top! Ich habe auf dem Rad auch nicht meine allerletzte Energie gelassen und fühlte mich beim zweiten Wechsel eigentlich noch gut.

Nach zwei bis drei Kilometern auf der Laufstrecke kam dann allerdings der Hammer. Die Oberschenkel machten komplett zu. Die Muskulatur war das TT-Fahren und den direkten Wechsel zum Laufen einfach noch nicht gewohnt – das hatte ich verletzungsbedingt im Training kaum üben können. Erschwerend kam hinzu, dass auch die Laufstrecke im Kraichgau alles andere als flach ist. Mental musste ich extrem kämpfen, wenn man muskulär so am Ende ist.

Was mich gerettet hat, waren die unglaublich vielen Zuschauer! Der Kraichgau ist bekannt für sein tolles Publikum. Die Menschen pushen dich, rufen deinen Namen, obwohl sie dich gar nicht kennen – das ist pure Motivation. Zudem war mit Dennis und meinen besten Freunden ein eigener Support-Club vor Ort. Am Ende habe ich in allen drei Disziplinen meine persönlichen Bestleistungen und Bestzeiten abrufen können! Auch wenn der Schmerz beim Laufen heftig war und ich im Ziel erst einmal komplett fertig war, bin ich super zufrieden.

Ein kleiner Traum war im Vorfeld ein Slot für die Weltmeisterschaft in Nizza. Letztes Jahr wäre ich mit meiner Endzeit locker unter den Top Ten gelandet, dieses Jahr reichte es in dem extrem starken Frauen-Feld für Platz 16. Das Niveau war dieses Jahr einfach brutal hoch, weshalb es mit dem Slot nicht ganz geklappt hat – aber das war ohnehin nur ein ‚Nice-to-have‘.

Die Ergebnisse im Detail

Sabines offizielle Finisher-Zeiten und Platzierungen teilen sich wie folgt auf:

Disziplin / WertungDistanzZeitPlatz AltersklassePlatz GeschlechtPlatz Gesamt
Schwimmen1,9 km0:37:23 h262131146
Radfahren90 km2:48:23 h18114907
Laufen21,1 km1:40:48 h1697735
Gesamtzeit–5:18:03 h1697735
  • Startnummer: 2370
  • Altersklasse: F35-39 (Platz 16 von 74 Starterinnen)
  • Erreichte Punkte: 2.868 Punkte

Nächstes Ziel: Leipzig

Nach diesem denkwürdigen und erfolgreichen Tag im Kraichgau richtet Sabine den Blick bereits nach vorne. Ende August steht die nächste Mitteldistanz in Leipzig an: „Jetzt weiß ich genau, woran ich im Training noch arbeiten muss. Leipzig ist im Gegensatz zum Kraichgau komplett flach auf der Rad- und Laufstrecke – da sieht man dann vielleicht noch mal einen Unterschied!“, freut sich Sabine auf die nächste Herausforderung.

Die RSG Ried Rastatt gratuliert Sabine zu dieser grandiosen Willensleistung, den drei neuen persönlichen Bestzeiten und einem fantastischen 16. Platz in der stark besetzten Altersklasse F35-39!

RSG-Duo rockt das 23. Lemming Turmbergrennen

Karlsruhe – Kurz, steil, spektakulär: Beim traditionsreichen 23. Lemming Turmbergrennen stellten sich Alex Lorenz und Christoph Schrod von der RSG Ried Rastatt dem Kampf gegen die Uhr und die Konkurrenz. In einem riesigen Feld von 242 männlichen Startern überzeugten beide sowohl im Einzelzeitfahren als auch in den anschließenden packenden Finalläufen am Karlsruher Hausberg.

Die voll gesperrte Strecke verlangt den Fahrerinnen und Fahrern auf ihrer kurzen Distanz alles ab: Auf 1,8 Kilometern gilt es, knackige 120 Höhenmeter mit Steigungsspitzen von bis zu 13 % zu bezwingen. Ein echtes Laktat-Fest, bei dem nach dem Qualifikations-Zeitfahren die Finalläufe im direkten Duell ausgetragen werden.

Alex Lorenz stürmt in die Top 10 des A-Finales

Alex Lorenz zeigte von Beginn an eine beeindruckende Performance. Bereits im Einzelzeitfahren brannte er eine Spitzenzeit von 04:25,59 Minuten (Schnitt: 24,39 km/h) in den Asphalt. Das bedeutete Gesamtplatz 13 und den starken 9. Platz in seiner Altersklasse (Männer Hauptklasse).

Damit qualifizierte er sich souverän für das prestigeträchtige A-Finale der Männer. Dort mobilisierte Alex noch einmal alle Reserven, steigerte seine Zeit im direkten Duell sensationell auf 04:03,76 Minuten und sicherte sich einen überragenden 7. Platz im Gesamtklassement.

Christoph Schrod mit starkem Finish im C-Finale

Auch Christoph Schrod zeigte eine kämpferisch erstklassige Leistung. Im Einzelzeitfahren bezwang er die Rampen in 05:15,69 Minuten (Schnitt: 20,52 km/h). Damit landete er auf dem soliden 79. Gesamtplatz und Rang 27 in der stark besetzten Altersklasse M30.

Im anschließenden C-Finale drehte Christoph dann noch einmal richtig auf: Er pulverisierte seine Zeit aus dem Vorlauf, sprintete nach nur 05:03 Minuten über den Zielstrich und belohnte sich mit einem hervorragenden 6. Platz in diesem Finallauf.

Beide Fahrer demonstrierten auf der intensiven Bergstrecke ihre tolle Form und vertraten die Farben der RSG Ried Rastatt im Karlsruher Raum erstklassig.

Chapeau an unser Berg-Duo! Die RSG Ried gratuliert Alex und Christoph zu diesen großartigen Zeiten und den starken Platzierungen im Finale!