Dem heimischen Schmuddelwetter entfliehen und auf der Insel des ewigen Frühlings etliche Höhenmeter machen? Die langen Radsachen zwar dabeihaben, aber nicht brauchen? Bis in die letzte Bananenplantage feinsten Asphalt unter den Reifen haben?
Wer in diesem Jahr dabei war, wird diese Fragen sicher mit JA!! beantworten.
Nachdem wir im letzten Jahr auf Mallorca nicht gerade Wetterglück hatten, war der Wunsch diesmal, ein Ziel mit etwas besserer Temperaturprognose anzusteuern. Die Wahl fiel auf Teneriffa, da es dort vom Flughafen aus ein Leichtes ist nahegelegene Radstrecken und geeignete Infrastrukturen zu finden.
Der Flieger mit der Harfe landete bereits um 9:30 Uhr Ortszeit, so dass wir zügig nach El Medano zum Radverleiher kamen und uns dort mit dem reservierten Material vertraut machen konnten. Warum El Medano ein Surfer-Hotspot ist, wurde auch schnell klar. Es ging ein starker Wind, der alles wegwehte, was nicht beide Hände am Lenker hatte 😉
Die erste Tour führte in Richtung Nordost auf der Carretera vieja TF-28 nach Arico, dann hinunter an die Küste nach Poris und von dort entlang unzähliger Windräder auf einer verkehrsfreien Straße durch die erste Felslandschaft zurück auf die TF-28. Bis zum Zielort Puerto de Santiago war es dann noch recht anstrengend, da wellig und windig.
Das ausgewählte Hotel „Sholeo Lodges“ begrüßte uns auf eine angenehm relaxede Art, wir konnten am großzügigen Pool die gröbsten Flüssigkeitsverluste ausgleichen und dann die ebenfalls großzügigen Zimmer beziehen. Nur das mit dem Essen wäre dort verbesserungswürdig.
Im Wissen, dass es während der fünf Tage mindestens drei sehr harte Runden gibt, wurde für Tag zwei ein „Erholungstag“ mit um die 60 km eingeplant, der über die sogenannten „Banana Climbs“ bis nach Taucho führte, was dann am Ende auch über 1600 hm bedeutete.
Die Königsetappe wartete dann am Tag 3: Entlang der 500 Meter aus dem Meer ragenden Klippen von Los Gigantes (die höchsten Europas) ging es in Richtung Teno-Gebirge nach Masca, von dort weiter nach Buonavista del Norte und über die Serpentinenstraße wieder hinauf nach El Tanque und den Erjos-Pass. Eine sehr abwechslungsreiche, sehr fordernde Runde mit zahlreichen Anstiegen und 2600 hm.




Der zweite „Erholungstag“ lief dann so ähnlich wie der erste: Zwar nur etwas über 50 km, aber das Auf und Ab durch die meist perfekt asphaltierten Sträßchen durch die Bananenplantagen nach Vera de Erques machte die bereits krumm gefahrenen Beine noch etwas krummer.
So kam es dann, dass die Rückfahrt nach El Medano nur noch von einem Teil der Gruppe über den majestätischen Teide, der sich an den vorherigen Tagen immer wieder drohend ins Blickfeld schob, in Angriff genommen wurde. Manche bevorzugten die entschärfte Fahrt entlang der Küste, wo sie immerhin noch die bekannten Touristenfallen Las Americas und Los Cristianos kennen lernen durften.
Nach 35 km Bergauffahrt erreicht man die so genannte Caldera, eine Mondlandschaft inmitten des ehemaligen Kraters, neben der sich die noch leicht verschneite Spitze des Teides erhebt. Nach weiteren 10 km geht es dann aus 2100 Metern Höhe auf eine 40 km lange Abfahrt, die in langen Serpentinen in nahezu perfekter Linie fast bis ans Meer führt. Das gibt es so nur ganz selten.
Der letzte Abend vor dem Abflug hielt dann noch ein Highlight bereit und entschädigte für die vorangegangenen Fastentage. Im Restaurant neben unserem Hotel bereitete man uns auf vorbildlichste Weise ein Festmahl samt großzügigen Begleitgetränken zu. Zusammen mit dem Wetterbericht von zu Hause fragte man sich da dann schon: „Warum eigentlich morgen zurückfliegen?“













